Rockavaria 2015 – Nachbericht Tag 3: Sonntag

Das erste Festival des Jahres neigt sich dem Ende. Mit der gesammelten Erfahrung über das Newcomer-Festival 2015 stellen wir uns einem bombastischen Abschluss mit Metallica, Faith No More, Unearth und vielen weiteren Künstlern aus aller Welt. Nach zwei Tagen mit fantastischem Wetter und ebenso fantastischen Bands, verraten wir euch wie der letzte Tag war. Ach und geht es eigentlich 2016 in eine nächste Runde für das Rockavaria?

 

Bereits am frühen Nachmittag brachten Hatebreed die Main Stage zum Beben. Eine Vielzahl von Liebhaber derben Hardcores traf sich zeitig um eine der bekanntesten Bands des Genres zu sehen. So voll war die Arena zu so manchem Auftritt am späteren Nachmittag der Vortage nicht. Lauter noch als am bisher und mit Veränderungen am Layout der Arena, legte man erste Grundsteine für Veränderung der Organisation.

Die Gallows bespaßten ein ebenfalls volles Theatron im Anschluss. Von vorzeitiger Sperrung an diesem Tag kein Anzeichen. Es scheint als hätten die Veranstalter die Regularien etwas gelockert. Die Briten rockten sich mit viel Freude durch ihre Setliste und hatten auch einige richtig gute neue Songs im Gepäck. Wie immer war die Bewegungsfreude im Amphitheater eingeschränkt, was man allerdings durchaus nachvollziehen kann.

Unearth sollten auch nicht die letzten an diesem Wochenende sein, die nicht so recht wussten was sie zu der Location Theatron sagen sollten. Die sympathischen Amerikaner nahmen es gelassen und erkannten zeitig, dass  das Publikum trotzdem voll dabei war und den sehr gut gelungenen Auftritt genoss.

Gojira knüppelten in der Olympiahalle die letzten Klappsitze zurück in ihre Ausgangsposition. Wer’s kompromisslos hart mag war vor der Bühne nämlich genau richtig. Nach dem souveränen Auftritt der Franzosen wurde es recht leer. Offensichtlich lockten Faith No More schon den ein oder anderen zur Main Stage. Vorher konnte man sich aber noch das Kontrastprogramm des Tages mit Anathema geben. Mit ruhigem und gefühlvollem Rock konnte man beim Auftritt der Briten nochmal schön runterkommen bevor es die letzten Bands so richtig knallen ließen.

Eingebettet in ein Meer aus Blumen und komplett in weiß zeigten sich Faith No More. Das Ganze erinnerte stark an den überzeugendsten Auftritt den eine Sekte jemals hingelegt hat. Aber wer nach über 15 Jahren endlich wieder neues Material live präsentiert und das auch noch so überragend, dem gebührt dieses Lob. Hoffentlich bleiben Patton und seine Mannschaft weiterhin aktiv, eine weitere Karrierepause wird nicht akzeptiert!

Während die Arena fast schon aus allen Nähten platzte, blieb vor dem Headliner des Tages noch genug Zeit um kurz bei den Verrückten von Eskimo Callboy reinzuschauen und zu ein wenig Partymusik abzugehen. In feinster Sommerkluft und mit Stranddeko auf der Bühne, gaben die Rheinländer auch vor der stetig schwindenden Zuhörerschaft ihr Programm mit jeder Menge Elan wieder. Die Jungs wissen einfach, dass keiner eine Chance gegen Metallica hat.

Genau da traf es Dir En Grey besonders hart, denn nahezu parallel zum Headliner zu starten ist immer der undankbarste Slot. Die aus dem fernen Osten angereiste Band brachte dabei jede Menge Abwechslung ins Lineup. Kyos Stimme stieg auf wie ein Engel in den Himmel und schmetterte in Sekundenschnelle zurück in die Untiefen der gutturalen Hölle. Doch nicht nur der musikalische Genremix spielte mit allen Sinnen, auch das verstörende Video als Teil des Bühnenbildes passte perfekt ins Konzept. Die knapp 5 Reihen Dir En Grey-Fans oder eingefleischter Metallica-Hasser hatten aber sichtlich ihren Spaß mit den Japanern, die trotz allem eine großartige Show ablieferten. Fast schon so als wäre die Halle voll gewesen.

Zum großen Finale durfte natürlich auch eine Prise Metallica nicht fehlen. Dieser Meinung waren wohl auch über 40.000 weitere Besucher. Erstmals waren sogar die Sitzplätze fast komplett belegt und die Arena prall gefüllt. Einige auserwählte Fans durften sogar direkt im hinteren Bereich der Bühne stehen, während Hetfield Material aus über 3 Jahrzehnten trällerte. Wer da nicht die eine oder andere Textzeile mitgesungen hat, war da eindeutig fehl am Platze.

Mehr bleibt zum großen Abschluss nicht zu sagen. Die Fans hatten ihren Spaß und der Veranstalter konnte auch feiern. Denn noch während des Metallica-Auftritts schickte der Veranstalter die fröhliche Pressemitteilung herum, dass Rockavaria und Rock im Revier auch 2016 wieder stattfinden werden. Wir freuen uns schon jetzt auf nächstes Jahr!

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(cd)