Nachbericht Rockharz 2010

Am 8. Juli wars mal wieder so weit, es war Rockharz-Zeit! Für mich war es das 2. Rockharz nach 2009. Nach den überwiegend positiven Eindrücken vom letzten Jahr ging es wieder nach Asmusstedt bei Ballenstedt im Südharz. Der Wetterbericht sagte Sonnenschein und 30-35 Grad für das ganze Wochenende vorher. Es sollte das erste sonnige Rockharz seit 7 Jahren werden.


 Wir reisten Donnerstag früh aus südlicher Richtung an und mussten uns erstmal durch kilometerlange, kleine und kurvige Straßen quälen. Nach 2 Stunden Reisezeit waren wir angekommen. Das Festivalgelände liegt neben einem kleinen Flugplatz, auf dem am Wochenende auch fleißig geflogen wurde. Uns wurden ständig gratis Showeinlagen von den Fliegern geboten, es wurden Loopings, Schrauben und vieles andere geboten.

Nach einem kurzen Check meines Autos am Eingang wurden wir zu unserem Zeltplatz eingewiesen. Seit diesem Jahr gibt es eine Park- und Zeltordnung, die auch sehr gut umgesetzt wurde. Autos stehen an den Wegen, dahinter stehen die Zelte und Pavillons. Nach dem Zeltaufbau mit Aufbaubier lernten wir gleich unsere Nachbarn kennen. Um uns herum waren nur nette Leute, mit denen man das ein oder andere Bierchen trinken und über alles mögliche plaudern konnte. Die Besucher des Rockharz kommen vorwiegend aus den nördlichen Regionen Deutschlands. Für viele ist dieses gemütliche Festival eine super Alternative zum kommerziellen Wacken. Gegen Mittag begaben wir uns auf eine erste Runde über den Zeltplatz und holten unsere Bändchen. Angetan vom netten Flair des Geländes und den positiv Verrückten Besuchen begaben wir uns gegen 16:00 Uhr das erste mal zum Bühnenbereich. Wie in den letzten Jahren auch gab es 2 Bühnen, die nebeneinander standen. Somit gab es keine Zeitüberschneidungen und keine langen Wege von Bühne zu Bühne. Unsre erste Band war Van Canto, eine Band die zum Teil eigene Lieder und zum Teil Songs von Größen wie Metallica, Iron Maiden, Nightwish usw. spielt- alles A Capella. Das war schon mal ein sehr positiver Auftakt. Mein nächstes Highlight war Devil Driver. Die Kalifornier sorgten für den ersten Festival-Moshpit. Wer jetzt noch nicht bereit für 3 Tage geile Musik war, dem war nicht mehr zu helfen. Abkühlung verschaffte das ganze Wochenende über Wasser, dass ins Publikum gespritzt wurde. Vielen Dank dafür!!!

Nach einem ersten Besuch der Freßbuden gings für mich dann weiter mit den Apokalyptischen Reitern. Meine Weimarer Freunde, die mich schon oft begeisterten legten auch gleich furios los. Etwas genervt war Fuchs von den Tonproblemen am Anfang des Auftritts. Gefehlt hat mir was älteres von den Reitern. Ansonsten wars aber eine gute Show der Reiter. Gestutzt habe ich etwas, als die Jungs auf der Bühne mit einem Strauß Sonnenblumen standen. Wir hatten den selben Anfahrtsweg wie die Band und waren kurz vor Ballenstedt an einem großen Sonnenblumenfeld vorbei gefahren. Ich denke, dass die Blumen von diesem Feld stammen :-) Die letzte Band des Donnerstags war Feuerengel, eine Rammstein-Coverband. Von der Truppe war ich etwas enttäuscht. Vielleicht habe ich aber auch etwas viel erwartet, weil ich erst einige Zeit vorher beim Konzert der Originale war. Nach dem ein oder anderen Absacker gings dann ins Zelt. Inzwischen hatte es sich etwas abgekühlt und so konnte man auch gut schlafen.

Der Freitag brach an und es war wieder sonnig, sehr sonnig. Dadurch war die Nacht auch schon gegen halb 8 vorbei, weil es im Zelt unerträglich heiß wurde. Auf dem Festivalgelände gab es einige Frühstücksstände, wo man belegte Brötchen und Kaffee für je 1,50€ bekommen konnte. Die Stände waren sehr gut besucht. Nach dem Frühstück entschlossen wir uns, die einige Meter entfernte Teufelsmauer zu erklimmen. Da die Sonne drückte nahmen wir uns ein erfrischendes hopfenhaltiges Getränk mit. Der Ausblick von der Mauer aus über das Festivalgelände war sehr schön! Die kurze Wanderung ist nur zu empfehlen. Als wir wieder von unserem Marsch heimgekehrt waren, wollten wir zu den Excrementory Grindfuckers gehen. Da wurden wir aber enttäuscht. Die Grindfuckers tauschten ihren Slot mit den V8 Wankers, da diese erst später eintrafen. Hier wäre es schön gewesen, wenn der Veranstalter diese Info verbreitet hätte. Ein Zettel in A4 an den Dixis hätte schon gereicht. Nun haben wir uns die Zeit bei den Merchandiseständen vertrieben und schauten uns anschliesend ein paar Songs von Mono Inc. an. Die Gothic-Rocker versuchten das Publikum mitzureisen. Es war auch eine gute Stimmung vor der Bühne zu spüren. Danach wollte ich mir eigentlich Equilibrium anschauen, mußte aber erstmal zum Zelt gehen, weil ich wohl eine Runde zu viel Flunkyball gespielt hatte oder das 5 Liter Fässchen am Mittag mit unseren netten Nachbarn zu viel war.. Nach einer Halben Stunde war ich wieder halbwegs fit. Danach gings zu Rage.Der Bereich vor der Bühne war sehr gut gefüllt. Die Band legte gleich richtig los. Die Band weiß wie man das Publikum mitreist. Nach einer dreiviertel Stunde war der Spaß aber leider wieder vorbei. Anschließend folgten Vader und Oomph. Der Headliner am Freitag war Kreator. Der Vor der Bühne war jetzt kaum noch Platz. Gleich beim ersten Titel „The Pestilence” nahm die Band das Publikum mit und begeisterten die Massen fast 1 ½ Stunden. Erschöpft, aber glücklich gingen wir danach zu unserem Zelt. Die Zeltplätze waren dieses Jahr übrigens sehr gut ausgeleuchtet, sodass man sein Zelt immer gut finden konnte.

Am dritten Tag wurden wir wieder relativ zeitig von der Sonne geweckt. Da unsere Wasservorräte sich langsam dem Ende neigten, gingen wir zur Wasserstelle. Dort musste man allerdings über eine halbe Stunde auf frisches Wasser warten. Daneben waren die Duschen. Dort stand man teilweise noch länger an. Vielleicht sollte man nächstes Jahr ein paar mehr Wasserhähne und Duschen bereit stellen. Wir verbrachten am Samstag noch einige Zeit am Zelt mit unseren Nachbarn. Zur Bühne gingen wir das erste mal zu Unzucht. Von dieser Band hatte ich nicht viel erwartet, wurde aber positiv überrascht. Die kurze Spielzeit nutzte die Band optimal aus. Dann mussten wir erfahren, dass End of Green aufgrund von Krankheit absagen mussten. Als Ersatz spielte Big Ball, eine AC/DC Coverband. Was ich von Coverbands halte, hatte ich ja weiter oben schon beschrieben. Den Slot von End of Green bekam Varg, die eigentlich eher spielen sollten. Die anderen Bands wurden nach vorn gezogen. Von Varg sah ich nur 2 Songs. Die Band war aber nicht mein Fall. Das witzigste an dem Auftritt war, dass ein Bühnenmitarbeiter nach dem Auftritt ca. 5 Minuten mit dem wegschrubben des Kunstbluts der Band war. Unsere nächste Band war Krypteria. Die Deutsch-Koreanische Band wurde im Dezember 2004 durch die Flutkatastrophe bekannt. Ihr Song „Liberatio“ wurde bei RTL damals als Hintergrundmusik gespielt. Die Band lieferte einen tollen Auftritt ab. Danach spielten Schweden von Sonic Syndicate. Vor der Bühne, wo das ganze Wochenende Wasser gespritzt wurde hatte sich inzwischen eine Matschpfütze gebildet. Ein paar Jungs machten es sich darin gemütlich. Die Bühne nebenan stürmten anschließend Ensiferum. Sie boten eine sehr solide Show ab. Jetzt wurde es elektronisch. Eisbrecher mit dem „Checker“ als Frontmann rockten die Bühne. Zwischen den Titeln wurden wir mit originellen Ansagen unterhalten. Eisbrecher sollte man unbedingt mal gesehen haben! Für mich war das eine der positiven Überraschungen des Wochenendes. Anschließend betrat Doro die Bühne. Meins war es nicht unbedingt, es wurde auch generell wieder etwas leerer. Einige Leute waren nun auch schon mit dem Zeltabbau beschäftigt. Die vorletzte Band des Festivals war Overkill. Die New Yorker überzeugten mit feinstem Trash Metal, den sie auch noch nach 30 Jahren abliefern. Nun wurde für die letzte Band des Festivals alles vorbereitet, Subway to Sally. Jetzt wurde es nochmal richtig voll! Die Stimmung war richtig super. Es wurde nochmal alles geboten, inklusive toller Pyroshow.

Dann wars vorbei, das Rockharz 2010, für mich eines der tollsten Festivals. Hier wird für jeden was geboten. Die Mischung ist genial. Dazu hat das Festival eine schöne Größe mit ca. 7000 Besuchern. Mit all unseren Nachbarn haben wir uns sehr gut verstanden. Die Kleinigkeiten, die mich gestört hatten wurden von den vielen positiven Eindrücken eindeutig überboten. Das Ticket für 2011 hab ich mir natürlich gleich bestellt!!! (mb)