Nachbericht In Flammen 2014

DONNERSTAG:

Nach einem Jahr Abstinenz, ging es für mich am Donnerstagmorgen zu meinem persönlich dritten IFOA. Dort angekommen, suchte ich mir mit ein paar mit angereisten Freunden ein schattiges Plätzchen, um unser Lager zu errichten. Gesagt, getan! Bierchen auf, zurücklehnen und erst einmal abschalten. Da ich auf die Clubshows verzichtete, hatte ich genügend Zeit, die idyllische Landschaft rund um den „Großen Teich“ in Torgau zu erkunden.

 

FREITAG:

Am zweiten Festivaltag fiel pünktlich um 13Uhr endlich der Startschuss auf der Mainstage mit den Belgiern von Evil Invaders. Was für ein geiler Opener! Mit viel Spielfreude zockten sich die Jungs durch ihr Set und boten eine energiegeladene Heavy/Speed Metal Show.

Als nächstes standen mit Deserted Fear gute Freunde auf den Brettern. Trotz der sicherlich 15 Gigs, die ich von den Eisenbergern schon erlebt habe, war auch dieser wieder ein gewohnt starker Auftritt ohne nennenswerte Ausfälle. Mehr als ausgiebig wurde die Debut-Scheibe live präsentiert und so freut es mich besonders, dass nach 2 Jahren demnächst der Nachfolger „Kingdom of Worms“ vom Stapel rollt.

Gleich im Anschluss wurde es mit Slaughter Messiah richtig dreckig. Hier stand schließlich nach 9 Jahren niemand geringeres als Ex-Enthroned-Sänger Frank L. Slaughter alias Lord Sabathan auf der Bühne. Was habe ich diese herrlich keifende Stimme vermisst! Positiv hervorzuheben war außerdem, dass sich Sänger samt Gefolge alle 3 Tage auf dem Gelände tummelte, um mit den Maniacs zu feiern.

2-3 Bierlängen später ging es passenderweise in der Dämmerung, mit den Norwegern von Koldbrann weiter. Im Gegensatz zum Party San 2008, als ich Sie das letzte Mal sehen konnte, boten Sie diesmal eine wirklich starke Lehrstunde in Sachen Old School Black Metal mit leichten Thrash-Einflüssen. Deströyer666, die mittlerweile in die Niederlande übergesiedelt sind, boten im Anschluss ebenfalls ein routiniert gutes Black/Thrash Brett.

Nun wurde es Zeit für den Freitags-Headliner Pentagram aus den USA.

Immer wieder ein Erlebnis für sich und Wunder zugleich, Bobby Liebling auf der Bühne zu erleben, stand es doch bis vor wenigen Jahren durch jahrzehntelangen Drogenkonsum mehr als schlecht um ihn. (Eindrucksvoll und bewegend in der Doku „Last Days Here“ zu sehen.) Gleichnamiger Klassiker wurden ebenso zum Besten gegeben wie „Be Forewarned“ und viele andere Hits aus der über 40-jährigen Schaffensphase der Band, Top!

 

SAMSTAG:

Nach kurzer Nacht und leicht verkatert machte ich mich mit einigen Leuten auf, in die malerische Torgauer Innenstadt zum traditionellen Restaurant-Besuch. Mit vollem Magen ging es anschließend zurück zum Festivalgelände, wo man sich – wer noch nicht genug hatte – den Bauch mit Kaffee und Kuchen zuschlagen und/oder im Anschluss bei den Grindern von Gutalax den Kopf frei blasen lassen konnte.

Am frühen Abend stand mit Nunslaughter eine Band auf der Bühne, die Kultstatus im Underground Sektor besitzen und sich recht rar in hiesigen Breiten machen. Umso mehr wurde der Gig abgefeiert und stellte auch mich vollkommen zufrieden. Auf die zwölf War/Death Metal-Songs mit geilen Zwischenparts und einer fiesen, rotzigen Stimme.

Haemorrhage lieferten danach wieder einmal gewohnt herzhafte und blutige Death/Grind-Kost. Das Duo Dagon und Incubus von Inquisition zeigten anschließend, zu was man zu zweit spielerisch in der Lage sein kann. Immer wieder unübertroffen: der knurrende, ausdruckslose Gesang von Dagon. Einziges Manko: das für meinen Geschmack seltsam abrupte Ende. Bei den Briten von Benediction wurde noch einmal die Old School- Death Metal Keule geschwungen bevor sich das Festival mit Coverkill dem Ende neigte.

 

Fazit: Wieder einmal ein gelungenes Festival mit abwechslungsreichem Line-up, Sonne, Regen und einem mitten im Grünen gelegenen Zeltplatz + unter großen Bäumen angenehm im Schatten stehender Bühne. So darf es beim Jubiläumsfestival 2015 gern weiter gehen. Ob allerdings die nach meiner Kenntnis teilweise nur spärlich besuchten Club Shows (abgesehen von der Warm Up Show) wirklich nötig sind, lasse ich an dieser Stelle unkommentiert. Lassen wir uns überraschen!

Vom 9. In Flammen Open Air berichtete

Michael Ziermann